Fahrrad besiegt LKW: Warum wir innerstädtischen Lieferverkehr neudenken müssen

smart emma bei „Auf neuen Wegen in die City – Urbane Logistikkonzepte für morgen“ am 4. Juli in Troisdorf

Was ist schneller im Stadtverkehr unterwegs, ein Lieferwagen oder ein Lieferfahrrad?

Die Antwort wirkt zunächst überraschend: Mit durchschnittlich 2,58 km/h verliert der LKW deutlich gegen das Fahrrad. Diesen Wert errechnete Prof. Bert Leerkamp von der Bergischen Universität Wuppertal im Rahmen einer Studie für die Stadt Basel. Das ist ein eindrücklicher Beleg dafür, dass Straßen in Innenstädten verstopft sind und dringend an Konzepten gearbeitet werden muss, die dieses Problem adressieren. Der Kongress in Troisdorf, der von der „IHK-Initiative Rheinland“ veranstaltet wurde, stand ganz im Zeichen der Herausforderung: Innerstädtischen Lieferverkehr neuzudenken.

Insbesondere der Onlinehandel gilt als einer der treibenden Kräfte für die Zunahme des innerstädtischen Verkehrs und der dadurch zunehmenden Luftverschmutzung. An diesem Punkt setzt smart emma an:  Lebensmittellieferungen werden nicht per Lieferwagen, sondern per Elektrolastenfahrrad zu den Kunden nach Hause befördert. Beim Kongress in Troisdorf wurde daher smart emma als eine von sieben grünen Citylogistikprojekten als Alternative zum abgasproduzierenden Lastenverkehr für die Region Aachen vorgestellt.

Ideen zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs – von smart emma bis zum Hermes Lieferroboter

Sarah Güsken und Anna Klenner vom Institut für Unternehmenskybernetik e.V. nutzen im Rahmen des Marktes der Möglichkeiten, einer kongress-internen kleinen Hausmesse, die Gelegenheit potentielle Partner für das Projekt zu gewinnen und weitere Konzepte aus der Region kennenzulernen. So stellte beispielsweise Birgit Heitzer, die Leiterin Logistik Konzern von REWE, ebenfalls ein Konzept zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs vor: In Köln und Dortmund testete Rewe Nachtlieferungen an ihre Supermärkte. Als weiteres Projekt präsentierte die DHL ihren Streetscooter. Hermes stellte ein Konzept zur Paketzustellung per Lieferroboter auf der letzten Meile vor, das sich derzeit aber noch in der Testphase befindet.

Im Anschluss an den Markt der Möglichkeiten diskutierte smart emma Logistikpartner Jörg Albrecht von der neomesh GmbH zusammen mit Luca Olivieri, Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt und Lars Purkarthofer von UPS Deutschland im Rahmen einer Podiumsdiskussion über die Zukunft des Lieferverkehrs und urbane Citylogistik in Deutschland.

Von links nach rechts: Luca Olivieri, Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt Mobilität, Lars Purkarthofer, UPS Deutschland und Jörg Albrecht von Neomesh GmbH
Grüner Lieferverkehr made in Aachen: smart emma stellt sich vor

Mit smart emma soll bis 2019 die erste Onlineverkaufsplattform für lokale, inhabergeführte Lebensmitteleinzelhändler in Aachen ins Leben gerufen werden. Die Kunden können sich aus den Onlineshops von mittlerweile mehr als zwanzig verschiedenen Händlern einen Warenkorb zusammenstellen. Bäcker, Metzgerei, Feinkostgeschäft, Wein- oder Fischhandel: Unser Partner neomesh GmbH liefert den Einkauf per Elektrolastenfahrrad zu unseren Kunden nach Hause – sogar gekühlt. Ganz klimaneutral und den innerstädtischen Verkehr entlastend.